/ von Jules

Die Männer-WG und ich

Post image for Die Männer-WG und ich

Ein Sommer, ein Mädchen, drei Kerle = fantastisches Chaos in der Männer-WG! Mittlerweile sind auch die Spätschäden verheilt und es bleibt nur noch eine Erinnerung an das tollste Semester meiner Studienzeit.

„Zieh doch zu ihm“, riet mir meine Mama, als ich damals ein Auslandssemester in London bekommen hatte und die Übergangszeit irgendwie überbrücken musste. „Prima Idee! Da ist WM, da wohnen drei Kerle und die trinken nur Bier“, motzte ich, denn dieser tolle Vorschlag war einfach nicht umsetzbar. Ich und eine Männer-WG, ts – dachte ich, bis ich ein paar Wochen später mit meiner Schuhkiste vor der Tür Stand und mit den Worten „Oh, die Putzfrau ist da, hier hast’n Bier“ begrüßt wurde.

Er fand es großartig, ein reinliches Wesen um sich zu haben, das Wollmäuse nicht als possierliche Haustierchen wertet, sondern als sofort zu entfernenden Dreck. Der Rest staunte über die Geräumigkeit der WG-Küche, wenn Pfandflaschen und Altpapier (zu 90 Prozent Pizzaschachteln, ich sage euch, ich hätte einen Gebrauchtpizzaschachtelladen eröffnen können) weggeräumt waren, die zuvor den halben Raum beanspruchten

Ich wiederum genoss neben der Putzerei der Männer-WG irgendwie das Gefühl des leichten Lebens. „Scheiß dir nix, dann fehlt dir nix“ fehlte quasi nur noch als Wandtattoo über dem alten grünen Sofa im Wohnzimmer. Ich liebte es, wenn es samstags mehrmals nacheinander klingelte und die restlichen Jungs zum Fußballgucken kamen, wenn Johnny sein berühmtes Basilikumpesto ansetzte und wenn Benni wieder mal nicht da war, weil er lieber bei seiner Mama schlafen wollte. Ich liebte sogar die Rauchschwaden, die im ersten Stock (die Wohnung ging über drei Stockwerke, unten war die Küche) gemächlich am Fenster vorbeizogen, weil in der Küche der Aschenbecher auf dem Fensterbrett brannte. Ich liebte es, wenn ich mit präzise einstudierten Blicken die Reparatur meines Fahrrads veranlassen konnte, weil man Männer ja so leicht um den Finger wickeln kann. Dafür kratzte ich gerne den drei Jahre alten Staub aus den Ritzen und schabte noch älteren Kalk aus der Dusche.

Was der Männer-WG vorher eindeutig gefehlt hat, war eine Frau, die die Wohnung auf Vordermann hält. Umso besser war es dann, dass sie mich hatten, die hier einmal richtig für Ordnung sorgte. In so einem Chaos tun sich auch alle Männer schwer eine Freundin zu finden, die sich dort wohl fühlt. Heutzutage haben Jungs ja viele Möglichkeiten jemanden kennenzulernen – sei es auf Parties, über Singlebörsen im Internet und sogar am Arbeitsplatz. In diesem Falle durfte ich die Freundin für die 3 Jungs spielen und weiß nun auch wie es in einer Männer-WG tatsächlcih zugeht.

Nach drei Monaten waren Männer-WM und Männer-WG vorbei. Ich danke meiner Mama für ihren wohlwollenden Tipp, große Klasse war das!

 

Auszug frühlingsfrisch Männer-WG Sommer Wohnen

KommentarSchreiben

Connect with Facebook




Vorheriger Artikel:

Nächster Artikel: