/ von Jen

Gastblogger: Über kleine Kunst und einen Anfang

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Laura bloggt mit Sarah und Nina auf miniscule über kleine Wohnungen. Heute schreibt sie bei mir über leere Wände und ein Bild vor Augen.

Damit keine Verwirrung aufkommt: Ich wohne gerade in München. Aber in Karlsruhe habe ich eine Wohnung mit meinem Freund, wo ich ab und zu natürlich auch bin. Da ich momentan in München zur Zwischenmiete wohne, kann ich mich dort leider noch nicht austoben, was Interior betrifft. Deshalb nutze ich jede Gelegenheit (auch wenn es für manche unlogisch klingen mag), in der ich Zeit habe, die Wohnung in Karlsruhe zu verschönern und wohnlich zu machen – Schritt für Schritt.

Unser Wohnzimmer als Ort des Geschehens: Weil wir und unsere Freunde sich dort aufhalten und wohlfühlen sollen, habe ich in diesem Zimmer begonnen, ein ”Bilderkonzept” zu erstellen. Es ist noch nicht ganz fertig, aber ich wollte euch den jetzigen Zwischenstand nicht vorenthalten. Ich bin immer der Meinung, wir sollten auch unfertige Projekte in unseren Wohnungen zeigen können. Gerade die kleinen Fortschritte und Änderungen, die wir machen, sind das Spannende am Einrichten. Ständig in Bewegung – ganz mein Motto.

Die Gegebenheiten

Die Tür zum Wohnzimmer ist in einer Nische, wie ihr auf dem Foto oben erkennen könnt. Unsere Wohnung hat auf den ersten Blick einen seltsamen Schnitt. Aber je länger ich darin wohne, desto besser gefällt mir das Unperfekte. Die Ecken und Kanten geben unserer Wohnung einen besonderen Charme. Gerade in diesem Zimmer finde ich es sogar clever, wenn sich die Tür nicht direkt neben der Couch befindet. Das begünstigt die wohnliche Atmosphäre.
Woran ich anfangs nicht gedacht hatte: die verschiedenen Wände mit unterschiedlichem Innenleben. Die Außenwände (auch die zu den anderen Wohnungen hin) sind aus Beton. Vergeblich habe ich versucht, mit dem Hammer einen Nagel in die Wand zu schlagen. Dabei bricht man sich eher noch die Hand, wenn man nicht darauf vorbereitet ist! Da braucht es Stahlnägel, keine aus Eisen. Oder eben gebohrte Löcher mit Dübeln. An die Innenwände kann ich problemlos Bilderrahmen hängen, ohne vorher bohren zu müssen. Für den Anfang habe ich es mir leicht gemacht und nur diese bestückt – easy going also?

Gibt es die perfekte Anordnung? – Der Trend

Auf Pinterest und Instagram gibt es massenhaft Anleitungen und Vorschläge, wie wir unsere Poster und Fotos so anordnen, dass ein stimmiges Gesamtbild zustande kommt. Finde ich super – als Inspiration. Aber am Ende muss jeder von uns selbst entscheiden, welche Bilder hängen sollen und wie genau diese dann miteinander am besten harmonieren. Deshalb ist mein Tipp: Erst legen, dann hängen! Unser Esstisch hat mir als Wandattrappe gute Dienste geleistet. Einerseits wollte ich, dass es ein bisschen nach Willkür aussieht, andererseits wünschte ich mir eine gewisse Ordnung, einen roten Faden im Konzept. Mir war wichtig, dass nicht alle Bilder mit schwarzem und alle mit weißem Hintergrund nebeneinander hängen. Genauso bin ich bei den unterschiedlichen Größen vorgegangen. Din A5, A4 und A3 habe ich gewählt, um Abwechslung an die Wand zu bringen. Mit Hoch- und Querformat lässt sich ebenso Varianz in die Bilderwand bringen. Meine Bilder habe ich leicht so angeordnet, dass sie im Gesamtbild von links unten nach rechts oben verlaufen.

minuscule ©Marius Angrick

Der Stil & die Bilder

Fast alle Bilder an der Wand über der Couch habe ich bei SOLT UN PEPER (einem Shop aus Hamburg) online bestellt. Ich war begeistert: Bestellung, Lieferung, Verpackung, Qualität – alles top! Die Poster bestehen aus einem semimatten Druck mit Spezialbeschichtung. Sie fühlen sich relativ dick und hochwertig an und haben einen leichten Glanz. Beim Auspacken muss man nur darauf aufpassen, keine Kratzer oder unschöne Flecken hineinzumachen.
Klar – in einem Pärchenhaushalt braucht es ein bisschen Liebe an der Wand. Deshalb das „You are my anchor” – und das Herzposter. Solche Prints gehen immer gut. Nur nicht zu viel davon! Auf Palmenprints, die gerade Trend sind, stehe ich total. Da ich diese Wand erst einmal in Schwarz & Weiß halten wollte, habe ich mich für das Palmenposter links unten entschieden. Sehr schlicht und dezent, das gefiel mir. Das „yes.”-Poster ist mir als erstes Bild ins Auge gestochen. Es ist lebensbejahend und steht für meine Art, die Dinge anzugehen. Das Eis am Stiel seht ihr auf dem ersten Foto. Das habe ich nachträglich bestellt. Das Print-Eis hat ein bisschen Witz und erinnert mich – oh Wunder – an den Sommer, den ich über alles vergöttere. Die Bilderrahmen habe ich extra beim Bildershop-24 über Amazon bestellt, was in diesem Fall einfach günstiger war. Und die Quali stimmt auch! Mein Freund hat sich schon immer eine Weltkarte gewünscht. Die habe ich bei DaWanda (WHATEVERshop) bestellt.

Mein It-Piece

Zum erfolgreichen Abschluss meines Studiums hat mir meine Mama eine riesen Freude gemacht und mir einen Druck (unten im Bild) von Stefan Strumbel geschenkt. Der Künstler wurde ursprünglich bekannt für sein Kuckucksuhren-Upcycling. Schrill, auffallend, neuartig und dennoch traditionell – so würde ich seine Kunst beschreiben. Bei meinem Bild befinden wir uns in einer anderen Preisklasse als beim Rest meiner Bilder. Da der Künstler aus dem Schwarzwald nur eine bestimmte Anzahl an Drucken pro Bild verkauft, steigert sich der Wert der Bilder von Jahr zu Jahr. Eine wahre Anlage also.
minuscule ©Marius Angrick

Pink ist eigentlich tabu in unserer Wohnung. Das möchte ich meinem Freund auch nicht antun. Aber dieser Print gefällt selbst ihm. Was auf dem Foto nicht ganz herauskommt, ist das Neon. Es leuchtet richtig und strahlt in den Raum. Für mich war klar, dass dieses Bild nicht zu den anderen Bildern gehört. Deshalb habe ich ihm einen extra Platz gewidmet. Daneben sollen zwar noch andere Prints kommen, aber die müssen gut gewählt sein. Sie sollen meinem Hingucker nicht die Show stehlen!
Nicht, dass ihr jetzt denkt, ich mag nur diesen Stil. Überhaupt nicht. Aber irgendwie musste ich mich entscheiden. Ich liebe auch Altbauten, 2nd-hand-Bilder oder einfach wild angeordnete Fotos und Poster. Mal braune Rahmen, mal weiße, mal goldene. Da wir aber in einem Neubau wohnen, war der moderne Sil für mich irgendwie vorgegeben, was ich auch total schön finde. Wenn ich doch mal Lust auf einen anderen Stil bekommen sollte: Let’s give it a try! Bilder abhängen und die neuen wieder aufhängen. Genauso seid ihr ebenfalls nicht festgenagelt, was den Stil betrifft. Probiert euch aus!

minuscule ©Marius Angrick

Wie es weitergeht…

Auf diesem Bild (oben) seht ihr, dass die rechte Wand noch frei ist. Das wird sich in den nächsten Wochen aber ändern. Momentan stöbere ich fast täglich auf JUNIQE, DESENIO, artboxONE und TextPosters. Ich freue mich auf die weitere Entwicklung unseres Wohnzimmers und wer weiß – vielleicht haben auch bald die anderen Zimmer die Ehre, bebildert zu werden.

Sarah ist gerade auch super fleißig am Einrichten ihrer kleinen 1-Zimmer-Wohnung. Schaut auch gern bei ihren Blogposts vorbei! Sie steht total auf Vintage Design und Fundstücke aus zweiter Hand. Ein ganz anderer Stil, aber total spannend und unglaublich herzlich!”

Text: Laura Geißler, Fotos: Marius Angrick

Accessoires Bilder Bilderrahmen Wand

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