/ von Jen

iPhone-Wasserwaage: Nicht mehr als Spielzeug

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App – ein furchtbares Wort, wie ich finde, aber selbst mein technikunerfahrener Papi weiß mittlerweile, was das ist und findet diese Dinger faszinierend. Aber dass diese kleinen Programme seinen geliebten Werkzeugkoffer ersetzen können, wollte er mir nicht glauben. Und ich bin da auch noch kritisch. Deswegen haben Jules und ich beschlossen: Ein Vergleich muss her. Heute: iPhone-Wasserwaage versus A Real One.

Also schwupps die iPhone-Wasserwaage hochgeladen und ab gehts. Optisch auf jeden Fall ansprechend, auch wenn mich als Zahlenhasser diese genauen Gradangaben doch etwas verwirren. Die von Papi zeigt das doch auch nicht so megagenau an, oder?

Aber dann hört’s auch schnell auf mit der Genauigkeit: Je nachdem, ob ich das Handy waagerecht oder senkrecht auf meinen Tisch lege (der gerade ist, wirklich!), zeigt die App eine andere Zahl an. Bei der Wasserwaage ist der Buppel immer in der Mitte. Nach einer Weile finde ich den Fehler, meinen Fehler – zugegeben: Die digitale Wasserwaage muss erst in jeder Position geeicht justiert werden. Und um die Richtigkeit meiner Eichung Justierung zu überprüfen, nehme ich wieder die gute alte Wasserwaage zur Hand.

Da stellt sich mir die Frage: Warum brauche ich die App, wenn zur richtigen Einstellung doch wieder zum Originalwerkzeug greifen muss? Antwort: Ich brauche sie nicht. Wer mag, kann natürlich im Baumarkt seines Vertrauens die Werkzeugabteilung aufsuchen und die App dort eichen. Ist mir persönlich aber zuviel Aufwand. Ich ruf jetzt erst einmal meinen Papi an und beruhige ihn: Die iPhone-Wasserwaage kann seine nicht ersetzen.

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2Kommentare

  • Hallo, Jen, ein, zwei Argumente zur Verteidigung der WasserwApp:
    • Jede anständige Wasserwaage wird justiert (“eichen” ist was Amtliches), bevor sie in den Handel kommt. Weil jede Libelle (die Luftblase im Wasserröhrchen) um Millimeterbruchteile anders in ihrem Holz-, Metall oder Kunststoffkörper sitzt, was die Genauigkeit mindert. Da auch das einzelne Mobiltelefon um Haaresbreite anders auf dem Tisch liegt als jedes andere, muss die App auf dieses Individuum eingestellt werden, sonst zeigt sie einen Messfehler. Die Möglichkeit, das Einzelne an einem präzisen Original auszurichten, ist geradezu ein Qualitätsmerkmal dafür, dass wir es mit einer seriösen Instrument zu tun haben – und nicht mit einem Spielzeug.
    • Natürlich würde keiner solch eine App benutzen, wenn er in der Werkstatt steht, wo die Wasserwaage griffbereit liegt. Umgekehrt schleppt kein Mensch immer und überall eine Wasserwaage mit, sein Mobiltelefon allerdings schon. Wenn man nun in diesem, ohne Gewichts- und Platzaufwand, eine Wasserwaage dabei hat, ist das doch prima. Jedenfalls für Leute wie Deinen Vater – sofern er ein iPhone hat.
    Herzliche Grüße,
    Wolf

  • Lieber Wolf,
    dank dir für den Hinweis zum Unterschied zwischen Eichung und Justierung :) und deine Ergänzung – jetzt haben wir hier ein schönes Pro und Contra. Ich freu mich weiterhin über eure (konstruktive) Kritik.
    Sonnige Grüße und allen ein wunderbares WE
    Jen

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