/ von Jen

Natürlich Wohnen Teil 1 – Wandfarbe

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Bei unserer Ernährung werden wir immer strenger – Saisonales und/oder Regionales kommt auf den Tisch, Convenience-Food ist verboten, es sei denn, es ist Bio. Aber wie klappt das mit dem natürlichen Wohnen?

Öko-Möbel kaufen ist eine – zugegeben: naheliegende – Möglichkeit: Man kann den Tischler im Ort beauftragen oder im Netz bestellen. Das Online-Angebot wächst und ist Design-Trends gegenüber mittlerweile gar nicht mehr so unaufgeschlossen. Ein guter Anlaufpunkt ist Green Living. Im Laufe der Woche gibt es mehr zu dem 2012 gestarteten Shop!
Noch besser ist es natürlich, alte Möbel (von Oma, vom Flohmarkt, von ebay) wieder zu verwerten. Dabei aber nicht zur Billigfarbe greifen (die hält auch nicht besonders lange – musste ich auch lernen), sondern zu Ökofarben.

Zum natürlichen Wohnen gehört auch die richtige Wandfarbe! Mittlerweile muss man da kaum noch Abstriche beim Farbwunsch machen. Elke Wulf (Inhaberin des ökologischen Baustoffhandels „Natur am Bau“ aus Berlin) hat die dringendsten Fragen dazu beantwortet:

Wann kann man wirklich von einer Biofarbe sprechen?
Grundsätzlich müssen wir uns immer folgende fünf Fragen stellen: Wo kommen die Rohstoffe her? Wie werden sie gewonnen? Wie wirkt sich die Verarbeitung aus – etwa auf den Handwerker? Wie beeinflusst die Farbe auf der Wand das Raumklima? Was geschieht, wenn sie wieder abgeschliffen wird? Wenn ich alle fünf Fragen positiv beantworten kann, das heißt: Ich stelle keine Belastungen für Rohstoffgewinner, Hersteller, Verarbeiter oder Bewohner fest, sprechen wir von einem ökologischen Produkt. Farben auf der Basis von Lehm punkten mit vielen weiteren Vorzügen: Der älteste Baustoff der Welt ist atmungsaktiv, gewährleistet einen hohen Feuchtigkeitsausgleich und kann sogar unangenehme Gerüche absorbieren, weshalb viele unserer Kunden Lehmfarben auch in Feuchträumen wie dem Bad und in der Küche einsetzen.

Trotzdem hängt Naturfarben immer noch der Ruf nach, sie gäbe es vor allem in zurückhaltenden und langweilig geltenden Beigetönen. Wie kommt die Naturfarbe aus der Öko-Nische heraus?

Durch Farbvielfalt. Lehmfarben (von Volvox, damit arbeitet ihre Firma) gibt es in 136 Tönen. Da ist für jeden Geschmack – selbst für außergewöhnliche Vorlieben oder extravagante Wünsche – etwas dabei. Der Gestaltungsfreiheit werden kaum Grenzen gesetzt.

Trauen sich die Kunden denn auch einmal einen knalligen Wandanstrich?
Immer häufiger. Ich stelle derzeit sogar fest: Verrückt sein ist angesagt. Viele meiner Kunden wünschen den etwas anderen Anstrich, wollen, dass sich ihre Räume bewusst optisch von der Masse abgrenzen. Sogar die Nichtfarbe Schwarz ist derzeit eine Option. Übrigens mit Recht: Kombiniert mit abgesetzten weißen Türen und Fenstern sieht Schwarz klasse aus. Kürzlich hat sich eine Familie, die sich auf keine Farbe im Wohnzimmer einigen konnte, für eine solche Wandgestaltung entschieden. Alle sind happy mit dem Ergebnis. Aufgrund der Rohstoffe ist das Schwarz von Volvox, das aus Asche besteht, ein natürlich wirkender Ton. Er kommt nicht hart oder duster rüber, sondern weich.

Und wie sieht es mit den von Trendbüros vorgegebenen Trendfarben?

Natürlich ist es reizvoll, neue Trends aufzunehmen. Das Auge möchte schließlich nicht gelangweilt werden. Ich kreiere auf der Basis von natürlichen Inhaltsstoffen die aktuellen Modefarben nach. Doch es gibt Grenzen, an die ich stoße: Für Gold- oder Neontönen gibt es keine natürlichen Pigmente. Eine Alternative sind hier Knallfarben wie zum Beispiel Corn oder Puerto – hier sind Kristallpigmente enthalten.

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