/ von Jen

Tweet

Flohmarkt mit Hindernissen und das Ende der Besichtigungs-Odyssee

Post image for Flohmarkt mit Hindernissen und das Ende der Besichtigungs-Odyssee

Mein Wochenende kann man mit feucht-fröhlich gut umschreiben – mit Alkohol hat das nichts zu tun.

Sondern mit guten Neuigkeiten und einem schlecht getimeten Regenguss. Aber ich mach das lieber mal chronologisch: Am Freitag, ich hatte mir gerade gefühlt die 50. Wohnung angeschaut – nein, im Ernst: Es waren insgesamt nur neun oder zehn – versuchte ich, die Maklerin zu erreichen, die sich eigentlich schon Mittwoch melden wollte. Am Telefon hatte ich schließlich eine heisere Maklerin, die mir gerade eine Mail mit der Zusage für eine Altbauwohnung in der Innenstadt schreiben wollte. Kurz und gut: Ich habe die Wohnung und muss 1500 Euro Maklerprovision für jemanden zahlen, der sich nicht an Verabredungen hält…
Ich hab mich trotzdem riesig gefreut, bin durchs Großraumbüro gesprungen und hab jedem die gute Nachricht verkündet. In Gedanken bin ich jetzt beim Einrichten. Und Rechnen. 87 Quadratmeter bieten schließlich viel Platz für schöne Regale, Lampen, Schränke etc. Am meisten freu ich mich drauf, dass meine Bücher nun endlich nicht mehr auf dem Boden gestapelt werden müssen. Ach ja: Meine Wohnung war innerhalb von zwei Tagen besichtigt und vermietet. Das war der fröhliche Teil des Wochenendes

Am Samstag kam dann mein Flohmarkt-Tag. Mein erster Flohmarkt-Verkauf. Zum Glück mit einer Freundin - allein hätte ich das Ganze wohl weniger witzig gefunden. Wir waren jedenfalls super vorbereitet: Halb fünf aufgestanden, mit dem bereits am Vortag beladenen Auto zur Illenau gefahren und alles schön ausgepackt, auf Kleiderstange und Bierbänken arrangiert und dann mit großem Verkaufseifer losgelegt. Nur leider waren die Frühaufsteher nicht auf der Suche nach Klamotten, Büchern und Schnickschnack, sondern alten Uhren, Münzen, Erbstücken, historischen Landkarten etc. Gibt es wirklich Leute, die solche Schätze auf dem Flohmarkt verkaufen? Wir jedenfalls nicht. Und so lief es ziemlich schleppend an.
Als dann endlich gegen Mittag die Klamotten-, Bücher-, und Dekokäufer kamen, türmte sich am Himmel eine bedrohlich schwarze Wolke auf. Ein paar Minuten später prasselte ein fetter Regenguss auf uns nieder. Natürlich hatten wir eine Plane zum Abdecken, aber innerhalb von einer halben Stunde stand das Wasser zentimeterhoch auf dem Parkplatz, wir waren pitschepatsche nass und unsere Bücher und Klamotten auch. Die unverkauften Bücher konnten wir bis auf ein paar Ausnahmen wegschmeißen, die Klamotten müssen erstmal in die Waschmaschine. Aber wenn ich an das Bild denke, wie wir pitschnass, mit verlaufener Mascara im Regen stehen und das ganze Chaos um uns herum beobachten, muss ich doch wieder lachen. 50 Euro habe ich verdient – und da ich außerdem 50 Euro in 1 Euro- und 50 Cent-Stücke umgetauscht hatte, um ordentlich Wechselgeld zu haben, sitz ich jetzt auf einem Berg Kleingeld. Trotzdem war es eine tolle Erfahrung: Mit jedem verkauften Teil fühlt man sich “leichter” und zufrieden, wenn man sieht, wie etwas, das einen selbst nur belastet hat, andere glücklich macht. Und das war der feuchte Teil des Wochenendes.

Flohmarkt Umziehen Umzug Wohnung

KommentarSchreiben

Connect with Facebook




Vorheriger Artikel:

Nächster Artikel: